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Kepler (1571 - 1630)

und die Harmonie der Sphären

Johannes Kepler war Sohn eines Schankwirts und immatrikulierte sich mit 17 Jahren an der Universität Tübingen.

Tycho Brahe holte ihn 1600 nach Prag an den Hof Kaiser Rudolphs. 1601, nach dem Tode Brahes, wurde Kepler sein Nachfolger als kaiserlicher Mathematiker und Hofastronom Rudolfs II.

Zu seinen Aufgaben gehörte es, Horoskope zu stellen und zu deuten.
Gegen sein Lebensende war er der Hofastrologe Wallensteins.

Kepler wurzelte im Neoplatonismus und Neopythagorismus. Sein gesamtes Denken ging vom Kosmos als einem wohlgeordneten Ganzen aus. Von dieser Idee kommend fand er seine drei bekannten Kepler´schen Gesetze.

Heute erinnert man sich lediglich an Keplers naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Seine Überlegungen über die harmonischen Verbindungen in der Natur sind entweder unbekannt oder man kennt sie, aber versucht sie totzuschweigen.

Anerkannterweise heißen seine beiden Hauptwerke "Mysterium Cosmographicum" und "Harmonices Mundi". Seine astrologischen Arbeiten finden sich vorwiegend im zweiten Werk: Weltharmonien.

Im 20. Jahrhundert prüfte man Keplers musikalischen Behauptungen nach. (Hans Keyser). Sie können das Ergebnis dieser Nachprüfungen hören. Kepler hatte recht. Wenn man die Planetenbewegungen in Töne übersetzt, so erklingt Musik. Sphärenmusik.

Jahrhundertelang nahm die sogenannte Wissenschaft die Behauptungen Keplers nicht ernst. Man befand sich in der nämlichen Situation, wie die Kirchenvertreter, die sich weigerten, durch Galileo Galileis Fernrohr zu sehen. Man nahm Keplers Behauptungen einfach nicht zur Kenntnis. Obwohl Johannes Kepler sie offensichtlich mit seinem Herzblut geschrieben hatte:

"Gib dem Himmel Luft, und es wird wirklich und wahrhaftig Musik erklingen. Es gibt einen `Concentus Intellectualis´, eine `geistige Harmonie´, ..."

"Darum wird man sich nicht weiter wundern, daß die schöne, zweckmäßige Folge der Töne in den musikalischen Tongeschlechtern von den Menschen gefunden wurde, wenn man sieht, daß sie dabei nichts anderes getan haben als Gottes Werk nachzuahmen, um nur sozusagen das Schaustück des himmlischen Bewegungsbildes herunterzuspielen..."

Die Willie Ruff und John Rodgers, Professoren an der Yale University speisten die Umlaufbahnen der Planeten in einen Synthesizer und hielten sich dabei genau an die Vorgaben Keplers. Es entstand eine Schallplatte. Wir hören Erde und Venus miteinander konzertieren, was Kepler "das unendliche Lied vom Elend der Liebe auf Erden" nannte.
Die Planetenklänge in Ruff und Rodgers Realisation entsprechen den traditionellen astrologischen Vorstellungen. Jupiter klingt majestätisch, Saturn unheimlich, Merkur quecksilbrig, Mars aggressiv.

Es wird von interessierten Kreisen immer wieder kolportiert, Kepler habe der Not gehorcht, als er als Astrologe arbeitete. Dem ist nicht so. Kepler war überzeugt von der Astrologie. Das demonstrieren seine eigenen Worte:

"Denn erstlich mag ich mich dieser Experienz mit Wahrheit rühmen, daß der Mensch in der ersten Entzündung seines Lebens, wenn er nur für sich selbst lebt und nicht mehr im Mutterleib bleiben kann, einen Charakter und eine Abbildung empfange aller himmlischen Konstellationen oder Strahlgebilden die [im Geburtsaugenblick] auf der Erde zusammenströmen, und denselben bis in sein Grab hinein behalte: Der sich hernach in Formierung des Angesichts und der übrigen Leibgestalt, sowohl als in des menschen Handel und Wandel, Sitten und Gebärden, merklich spüren lasse..."


"Die Seele fängt an zu tanzen wenn ihr die Aspekte pfeifen".

"Die Sternwissenschaft hat zwei Teile. Der erste behandelt die Bewegung der Gestirne, der zweite die Wirkung der Gestirne auf die sublunare Welt."


1610 antwortet er auf die Frage eines Freundes, ob das heliozentrische Weltbild nicht die Grundlage der Astrologie erschüttere; wir lesen im "Tertius interveniens" in Thesis 40:

"Ebenmäßige Antwort gehört auch auf den Zweifel, ob Himmel oder Erde umgehe; welcher Zweifel die Astrologie darum nicht verdächtig macht, weil er sie nichts angeht. Denn da ist genug, daß der Astrologe sieht, wie die Lichtstrahlen jetzt vom Orient, dann vom Mittag, endlich vom Occident dahergehen und verschwinden, da ist genug, daß man weiß, wenn 2 Planeten nebeneinander gesehen werden, wann sie gegenüberstehen und wann sie ein Sextil, Quintil oder ein Quadrat machen, welches fleißige Astronomen bei Nacht an ihren Zirkular-Instrumenten zeigen können. Was fragt der Astrologe oder die sublunare Natur darnach, wie solches zugehe? Wahrlich, so wenig der Bauer danach fragt, wie es Sommer oder Winter werde und sich dennoch darnach richtet."

Warum so viel über und von Kepler?

Kepler war Astrologe. Er war Gegner der Jahrmarksastrologie, die auch heute existiert. Er war einer der Vertreter des Gedankens eines sinnerfüllten Universums, stand also in der Reihe Pythagoras, Platon, Plotin, Schelling. Und er rang mit dem Vorhaben, die Astrologie zu abstrahieren von allfälligen physischen Einwirkungen. Damit war er seiner Zeit weit voraus.

 




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